Strategie vor Technik: Was du vor dem Start klären solltest
Die technische Umsetzung ist wichtig – aber ohne eine klare Strategie bringt sie wenig. Bevor du mit der Shopware Internationalisierung beginnst, solltest du wissen, wohin du willst.
Nicht jeder Markt passt zu jedem Produkt. Deshalb ist die Auswahl deiner Zielmärkte der erste Schritt. Schau dir an, wo Nachfrage besteht. Und wo deine Mitbewerber aktiv sind. Tools wie Google Trends, Marktanalysen oder auch bestehende Kundenanfragen können helfen.
Berücksichtige bei der Planung:
- Sprache und kulturelle Besonderheiten
- Lokale Zahlungsarten und Versandmethoden
- Rechtliche Rahmenbedingungen
- Steuerregelungen und mögliche Zollprozesse
Besonders wichtig: Kaufverhalten. In manchen Ländern wird fast ausschließlich mobil eingekauft. In anderen ist Kauf auf Rechnung Standard. Solche Details beeinflussen, wie du deinen Shop aufbaust.
Auch solltest du entscheiden, ob du mit einem länderspezifischen Shop starten willst – oder ob du über eine zentrale Domain arbeitest. Beides hat Vor- und Nachteile, auch im Hinblick auf SEO und Performance.
Je besser du vorbereitet bist, desto leichter wird die Umsetzung. Shopware unterstützt dich bei der Internationalisierung, aber die strategischen Entscheidungen musst du vorher treffen.
Technisch fit für internationale Märkte: Shopware richtig einrichten
Die technische Basis ist entscheidend für eine erfolgreiche Shopware Internationalisierung. Shopware bringt viele Funktionen mit – du musst sie nur richtig einsetzen.
Sprachen anlegen
Beginne mit den Sprachen. In Shopware kannst du beliebig viele Sprachversionen anlegen:
- Für das Frontend (Produkttexte, Navigation, Footer)
- Für Systemtexte (z. B. E-Mails und Fehlermeldungen)
- Für den Checkout
Kostenlose Sprachpakete helfen beim Einstieg. Für präzisere Texte empfiehlt sich der Einsatz von Übersetzungstools wie DeepL oder Translate5.
Währungen und Preislogik
Shopware erlaubt dir, mehrere Währungen parallel zu verwalten. Du kannst:
- Für jeden Markt eine Standardwährung festlegen
- Wechselkurse manuell oder automatisch definieren
- Preise passend runden (z. B. auf .90 oder .95)
- Landesspezifische Preisanzeigen aktivieren
Achte auf saubere Preislogik – das schafft Vertrauen und verhindert Rückfragen.
Domains & Sales Channels
Für jeden Markt kannst du einen eigenen Sales Channel einrichten:
- mit eigener Domain (z. B. shop.fr für Frankreich)
- oder Subdomain (z. B. fr.deinshop.com)
- inklusive passender Sprache, Währung und rechtlicher Einstellungen
Das ist nicht nur technisch sinnvoll, sondern auch gut für deine SEO.
Versand & Steuern
Auch Versandzonen und Steuerregeln lassen sich in Shopware flexibel konfigurieren:
- Unterschiedliche Mehrwertsteuersätze pro Land
- Versandkosten nach Gewicht, Land oder Zahlungsart
- Regelwerke für Steuerbefreiungen (z. B. für B2B-EU-Kunden)
Wenn du diese Funktionen sauber einrichtest, sparst du dir viele Supportanfragen und rechtliche Probleme.
Fazit
Die Shopware Internationalisierung ist mehr als Übersetzung. Sie umfasst Sprache, Preise, Logik und Struktur. Wenn du sie systematisch einrichtest, wird dein Shop auch international stabil laufen – und langfristig wachsen.
Die richtigen Tools für deine Internationalisierung
Nicht alles lässt sich mit Shopware allein abbilden. Manche Features brauchst du erst dann, wenn dein Shop mehrere Länder bedienen soll – etwa Übersetzungsmanagement, erweiterte Steuerlogiken oder Zahlungsanbieter-Integrationen.
Zum Glück gibt es Erweiterungen, die genau das übernehmen. Wichtig ist, dass du gezielt auswählst, was du wirklich brauchst.
Übersetzungen professionell managen
Für einfache Shops reichen Sprachpakete und manuelle Texteingabe. Doch wenn du regelmäßig Inhalte aktualisierst oder mehrere Sprachen pflegst, wird das schnell unübersichtlich.
Folgende Tools helfen:
- Crowdin oder Lokalise: Plattformen für kollaboratives Übersetzungsmanagement
- DeepL API: Für automatische, qualitativ hochwertige Übersetzungen
- Shopware Translators Extension: Erweiterung zur Pflege von Sprachtexten direkt im Backend
Steuer- und Versandplugins
Internationale Märkte bringen komplexere Steueranforderungen mit. Auch hier helfen spezialisierte Erweiterungen:
- Tax Provider Plugins (Avalara, Taxdoo): Automatisieren Steuerberechnungen pro Land
- Versandregel-Plugins: Ermöglichen flexible Regeln je nach Zielregion, Gewicht oder Kundengruppe
- Currency Converter: Zeigt Preise dynamisch nach Währungsstand an
Lokale Zahlungsmethoden
Nicht jeder Markt nutzt PayPal oder Kreditkarte. In Südamerika ist z. B. Boleto verbreitet. In den Niederlanden iDEAL. In Deutschland oft Rechnungskauf.
Wähle deine Zahlungsanbieter deshalb nicht nach Bauchgefühl, sondern nach dem, was lokal funktioniert.
Bekannte Anbieter mit breiter Länderabdeckung:
Fazit
Die Shopware Internationalisierung lebt von einer sauberen Kombination aus Core-Funktionen und gezielten Erweiterungen. Je besser du dein Setup planst, desto weniger Baustellen entstehen später. Und desto stabiler wächst dein Shop über Grenzen hinweg.
Sichtbarkeit in jedem Markt: Domains, hreflang & SEO
Ein internationaler Shop bringt nicht nur sprachliche Herausforderungen mit sich – auch die Sichtbarkeit in Google & Co. muss für jeden Markt optimiert werden. Und das fängt bei der Domainstruktur an.
Welche Domainstrategie passt?
Shopware lässt dir die Wahl zwischen mehreren Optionen:
- Länderdomain (ccTLD): z. B. deinshop.fr
- Subdomain: z. B. fr.deinshop.com
- Verzeichnisstruktur: z. B. deinshop.com/fr/
Jede Lösung hat Vor- und Nachteile. Länderdomains wirken lokal am glaubwürdigsten. Subdomains sind leichter umzusetzen. Verzeichnisse sind SEO-technisch oft einfacher zu pflegen. Wichtig ist, dass du dich früh festlegst – und konsequent bleibst.
hreflang nicht vergessen
Suchmaschinen brauchen einen Hinweis, welche Seite zu welchem Land oder welcher Sprache gehört. Genau dafür gibt es das hreflang-Attribut.
Es sorgt dafür, dass dein französischer Content in Frankreich angezeigt wird – und nicht deine deutsche Seite mit französischer Übersetzung.
In Shopware kannst du das hreflang-Tag über SEO-Einstellungen oder Plugins wie SEO Professional oder Custom Hreflang Manager pflegen.
Richtig eingesetzt, verbessert es:
- die Relevanz in der Google-Suche
- das Ranking in den jeweiligen Märkten
- die Vermeidung von Duplicate Content
Lokale Suchbegriffe nutzen
Auch Keywords unterscheiden sich je nach Land. Nutzer in Frankreich suchen anders als in Österreich – selbst wenn es die gleiche Sprache ist. Deshalb lohnt sich eine lokale Keyword-Recherche mit Tools wie:
So stellst du sicher, dass du mit jedem Sprach- oder Ländershop auch wirklich gefunden wirst.
Rechtlich sauber aufgestellt: Pflichten & Steuern
Je größer dein Shop wird, desto höher werden die Anforderungen an rechtliche Sicherheit. Besonders bei grenzüberschreitendem Handel solltest du wissen, was wo gilt.
Rechtliche Grundlagen je Markt
Jedes Land hat eigene Vorgaben für:
- Impressum
- Datenschutz (DSGVO, GDPR)
- Widerrufsbelehrung
- AGB
- Cookie-Hinweise
Wenn du Shopware für die Internationalisierung einsetzt, kannst du pro Sprache oder Markt eigene Rechtstexte pflegen. Tools wie Trusted Shops, Händlerbund oder IT-Recht Kanzlei bieten rechtssichere Vorlagen und Updates für viele Länder.
Nutze Shopware-Funktionen wie CMS-Blöcke oder Erlebniswelten, um Rechtstexte je nach Sprache gezielt auszuspielen.
Steuerlogik im internationalen Umfeld
Auch steuerlich musst du in der Internationalisierung den Überblick behalten:
- In der EU greift das OSS-Verfahren (One-Stop-Shop)
- B2B-Kunden mit USt-ID kaufen oft steuerfrei
- Drittland-Exporte erfordern andere Dokumente und Steuerbehandlungen
Shopware bietet dafür flexible Steuereinstellungen pro Land, Produkt und Kundengruppe. Für komplexere Szenarien gibt es Integrationen wie:
- Taxdoo (automatische EU-Steuerberechnung & Meldung)
- Avalara (globales Steuer- und Compliance-Tool)
- EU VAT Number Plugin (USt-ID-Prüfung im Checkout)
Fazit
Rechtssicherheit ist kein Bonus, sondern Pflicht. Wer Shopware internationalisieren will, muss diese Themen von Anfang an mitdenken. Mit den richtigen Tools und klaren Strukturen schützt du dich – und deine Kunden.
Komplexe Strukturen im Griff: B2B und Mandantenfähigkeit
Nicht jeder internationale Shop richtet sich nur an Endkunden. Gerade im B2B-Bereich oder bei Konzernstrukturen brauchst du mehr Flexibilität – sowohl bei Rollen als auch bei Mandanten.
B2B-Funktionen in Shopware
Shopware bringt bereits einige Basisfunktionen mit, die du im B2B nutzen kannst:
- individuelle Preise je Kundengruppe
- separate Zahlungsarten für Großkunden
- differenzierte Rechte über Benutzerrollen
- Bestellfunktionen für „Wiederkäufer“
Für größere Setups brauchst du aber mehr. Mit Plugins wie B2B Suite kannst du:
- Einkaufsorganisationen abbilden
- Freigabeprozesse für Bestellungen einführen
- mehrere Ansprechpartner pro Kundenkonto verwalten
Das macht deinen internationalen B2B-Shop nicht nur skalierbar, sondern auch professionell.
Mandantenfähigkeit durch Subshops
Manche Händler betreiben mehrere Marken, Länder oder Vertriebskanäle unter einem Dach. Auch das lässt sich mit Shopware umsetzen – über Subshops oder Sales Channels.
Ein Sales Channel kann:
- eine andere Domain haben
- andere Sprachen und Währungen führen
- andere Sortimente und Designs nutzen
- andere Plugins verwenden
So kannst du etwa in Deutschland B2C anbieten, in Frankreich B2B – alles in einer Installation, aber mit sauber getrennter Verwaltung.
Fazit
Internationale Expansion bedeutet oft auch organisatorische Komplexität. Die gute Nachricht: Mit Shopware Internationalisierung behältst du die Kontrolle – ob du in mehreren Ländern oder für verschiedene Zielgruppen arbeitest.
Fehler vermeiden, schneller skalieren: Best Practices
Die Shopware Internationalisierung ist kein Sprint, sondern ein strategischer Prozess. Viele Shops scheitern nicht an der Technik – sondern an Details, die übersehen werden.
Häufige Fehler bei der Shopware Internationalisierung
Diese Stolperfallen solltest du unbedingt vermeiden:
- Sprachversionen nur „übersetzen“, aber nicht lokalisieren
Begriffe, Maßeinheiten und Nutzererwartungen unterscheiden sich – selbst im gleichen Sprachraum.
- Steuern und Rechtstexte vernachlässigen
Ein falsch gesetzter Steuersatz oder ein fehlendes Impressum kann teuer werden.
- Zu viele Märkte gleichzeitig starten
Besser: Erst einen Zielmarkt sauber aufbauen, Erfahrungen sammeln, dann skalieren.
- SEO ignorieren
Ohne hreflang, lokale Keywords und passende Domainstruktur wirst du kaum sichtbar.
Best Practices aus der Praxis
Damit deine Shopware Internationalisierung gelingt:
- Arbeite mit klaren Rollenkonzepten und strukturierten Sales Channels.
- Baue für jeden Markt ein eigenes „Mini-Ökosystem“ mit Sprache, Steuern, Recht und SEO.
- Nutze Preview-Umgebungen für Tests.
- Halte dein Plugin-Set schlank und kompatibel.
- Plane die Skalierung von Anfang an – aber in Etappen.
Ein guter Ansatz: Erst überschaubar starten. Dann Prozesse verfeinern. Und erst dann weitere Märkte freischalten.
Kurz gesagt:
Internationalisierung ist mehr als Technik. Es geht um Verständnis. Um saubere Strukturen. Und um das Vertrauen deiner Kunden in jedem Land.
Klarheit gewinnen: Fazit & nächste Schritte
Shopware bietet dir eine starke Basis für den internationalen Handel. Doch der Erfolg hängt davon ab, wie gut du Strategie und Technik zusammendenkst.
Wenn du deinen Shopware-Shop internationalisieren willst, brauchst du mehr als nur eine Übersetzung. Es geht um lokale Erwartungen, um rechtliche Sicherheit, steuerliche Korrektheit – und um den Aufbau von Vertrauen in jedem einzelnen Markt.
Du musst nicht alles auf einmal umsetzen. Fang mit einem Zielmarkt an. Baue Prozesse auf. Teste sie. Optimiere. Und skaliere danach Schritt für Schritt.
Wenn du dabei Unterstützung suchst, helfen wir dir gern. Ob technische Umsetzung, strategische Beratung oder ein kompletter Go-to-Market-Plan – wir machen deinen Shopware-Shop bereit für internationale Märkte.
Häufige Fragen zur Shopware Internationalisierung
Was brauche ich für einen internationalen Shop in Shopware?
Du brauchst mehrsprachige Inhalte, passende Währungen, lokale Steuern und Rechtstexte – sowie eine klare Domain- und SEO-Strategie. Viele dieser Funktionen sind nativ oder per Plugin in Shopware verfügbar.
Unterstützt Shopware mehrere Währungen und Sprachen?
Ja. Du kannst pro Sales Channel unterschiedliche Sprachen, Währungen, Steuerlogiken und Preise einstellen. Die Übersetzungen pflegst du manuell oder per Plugin.
Muss ich für jedes Land einen eigenen Shop anlegen?
Nein. Mit Sales Channels kannst du verschiedene Länder-Shops innerhalb einer Installation verwalten – mit individuellen Domains, Sprachen und Designs.
Wie wichtig ist hreflang für SEO?
Sehr. hreflang hilft Suchmaschinen zu verstehen, welche Seite für welches Land oder welche Sprache gedacht ist. Ohne das riskierst du Duplicate Content oder falsche Rankings.
Welche Plugins brauche ich für die Internationalisierung?
Das hängt vom Umfang ab. Typische Erweiterungen betreffen Steuern (Taxdoo, EU VAT), SEO (SEO Professional), Lokalisierung (TranslateManager) und B2B (Shopware B2B Suite).
Was kostet eine professionelle Shopware Internationalisierung?
Die Kosten variieren je nach Komplexität. Kleine Setups starten bei ca. 3.000 €, umfangreiche Multi-Market-Projekte können fünfstellig werden. Wichtig ist: Es ist eine Investition in langfristiges Wachstum.

